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Könnte das Atlantis sein?
Geschrieben von: Kair Keller   
Freitag, den 20. März 2009 um 10:34 Uhr

Ein Mantel aus Azurblau umgibt Dich, schmeichelt sanft Deinen Sinnen und zieht Dich in seinen Bann. Seine Stärke ist immer spürbar während Du, wie im Flug, Dich der befreiten Schwerelosigkeit hingibst. Jede Deiner Bewegungen ist fließend, fast so, als ob Du wie selbstverständlich selbst ein Teil dieser Gesamtheit wärest. Aber wie kann das sein? So Eins mit dem nassen Element zu sein, das ist nicht für den Menschen gedacht. Und dennoch...

Der erste Atemzug unter Wasser ist eine ganz individuelle Erfahrung; einige sind vorsichtig, einige sind ängstlich, einige sind sofort fasziniert, andere sind unglaublich gespannt... weinige sind je enttäuscht! Und, nach den ersten paar Atemzügen, öffnet sich eine ganz neue Welt. Der blaue Schleier beginnt zu schimmern und andere Formen werden erkennbar; Fische, Schalentiere, Anemonen, Schwämme, Korallen, die Liste ist fast unendlich.

Unser Standort, hier in den Phlegräischen Felder, bietet uns einmalige Möglichkeiten. Neben der typischen Flora und Fauna des Mittelmeeres gibt es hier eine Vielfalt an weiteren Kuriositäten sub-aquatischer Art, die man nicht verpassen sollte!
Die Geologie des Gebietes ist so, dass sich sowohl sanft abfallenden Stränden zum Einstieg ins Meer finden lassen als auch extreme Steilhänge, die bis auf mehr als 100 Meter Tiefe reichen. Der Meeresboden zwischen diesen Extremen bietet jede Menge Abwechslung; Wände, Schluchten, kuppelförmigen Felsen, natürliche Bögen und Höhlen, ganz zu schweigen vom menschlichen Einfluss in Form von diversen Wracks!
 


Aber es gibt noch mehr! Die Schwefelgase, die den Solfatara so bekannt machen, gibt es natürlich auch unter Wasser. An einem solchen Ort zu tauchen ist allerdings eine viel intensivere Erfahrung als es der Besuch des Solfatars jemals sein könnte, da die Fumarolen (oder Geysire) nicht nur eine visuelle, sondern auch eine körperliche Erfahrung sind – sie sind nicht nur zu spüren (vor allem während eines kühleren Wintertauchgangs ist das Riff der Geysire ein hochbegehrten Tauchplatz, da die Wassertemperatur dort immer ein paar Grad über der Umgebungstemperatur liegt!), sie können aber auch gefangen werden (Gasbläschen mit der Hand zu fangen ist nicht etwas, was Du auf jedem Tauchgang machen kannst!).
 
Die ultimative Tauch- (oder Schnorchel-) Erfahrung in der Bucht von Pozzuoli allerdings ist und bleibt ein Besuch bei den archäologischen Ruinen. Selbst für diejenigen von uns, die sich nicht selbst als „Unterwasser-Gebäude-Spotter“ sehen ist die Begegnung mit den Ruinen des römischen Baiae unvergesslich; Gebäude, Höfe, Wege und Mosaike sind alle noch bemerkenswert intakt, obwohl sie seit fast zweitausend Jahren unter der Wasseroberfläche gelegen haben.
 
Bei all der angebotenen Vielfalt mag man sich fragen: Wo ist hier der Haken? Ja, natürlich gibt es einen! Um den Unterwasser-Archäologie-Park von Baiae (wo auch die Fumarolen sind) als Schnorchler oder Taucher besuchen zu können, muss man von einem von der Archäologischen Behörde von Neapel und Caserta zugelassenen Führer begleitet werden. Das mag wie ein Showstopper klingen, wer aber die italienische Bürokratie kennt weiss, dass dies eigentlich kaum mehr als eine Formalität ist. Die meisten der lokalen Tauchbasen sind Mitglieder des sogenannten Konsortiums Assodiving Flegreum und zu ihrem Staff gehöhren auch Tauchführer, die die notwendige Zulassung haben.
 
Wer den Unterwasser-Archäologie-Park von Baiae noch nicht erkundet hat aber doch etwas neugierig geworden ist, kann sich direkt mit einer die Assodiving Flegreum Tauchläden in Verbindung setzen. Oder, obwohl ich selbst nicht zum NATO-Neapel Sub-Aqua Club gehöhre, bin ich mir sicher, dass dieser entsprechende Arrangements bezüglich eines passendes Tauchführers treffen kann. Alternativ dazu, bin ich auch im Namen des Assodiving Flegreum berechtigt, Schnorchel- und Tauchgänge zu verschiedenen Plätzen innerhalb des Parks durchzuführen... rufen Sie mich einfach unter 334 564 1480 an!

Oh! Nur eins noch: man muss kein Schnorcheler oder zertifizierter Taucher sein, man kann es immer werden!

 
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