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Wer eine kleine Abenteuerfahrt unternehmen will, aber dafür nicht eine stundenlange Anreise in Kauf nehmen möchte, sollte es mal mit der Isolotto di San Martino versuchen. “Isolotto“ steht lt. Langenscheidt für “mittelgroße Insel“, was aber leicht übertrieben ist. Die kleine Insel liegt etwa 300 m westlich der Ortschaft Monte di Procida.
Isolotto di San Martino bietet zwar keinen Zentimeter Sandstrand, dafür aber eine etwas abenteuerliche Anfahrt, klares Wasser für Schwimmer und Taucher (für Letztere kaum eine Neuigkeit; es gibt mehrere Einstiegstellen über Badeleitern oder Rampen), Angelplätze und teilweise fast unberührte Natur in einer nahezu müllfreien Umgebung. Eine willkommene Abwechselung für Kinder, Spaziergänger mit und ohne Hund und Picknick-Freunde. Die kleine Insel bietet zudem immer wieder dankbare Motive für Fotofreunde, zu allen Jahreszeiten und Wetterlagen, nicht nur bei schwerer Brandung. Hier gibt es nur ein bewohntes Haus (Restaurant/Bar); die übrigen Bauten sind Ruinen, Tunnel- und alte Kai-Anlagen sowie zwei, drei vernachlässigte Wochend-“Häuser“. Die Insel diente einstmals als Torpedo-Übernahmestation, hatte eine vermutlich nur kurze Blütezeit als Badeort erlebt und ist nun das ganze Jahr über die Anlaufstelle einer kleinen Anglergemeinde und noch kleineren Tauchergemeinschaft, im Sommerhalbjahr kommen vermehrt einheimische Badegäste hinzu. Die Anfahrt erfolgt von Fusaro / Torregaveta aus gesehen, auf der Straße Richtung Miseno. Da, wo die Straßen von Fusaro und Torregaveta zusammenführen, nach ca. 500-800 m liegt auf der rechten Seite eine OPEL-Werkstatt (eine Verwechselung ist ausgeschlossen, es gibt nur diese eine). Zur Werkstatt rechts einbiegen, weiterfahren über mehrere Schwellen, bis man nach ca. 500 m an eine Tunneleinfahrt mit Ampelanlage ankommt. Hier wird erst einmal kräftig gelöhnt: An Wochenendtagen bis zu 7 EURO p.P., an Werktagen deutlich weniger, nach 18.00 h nur noch 3 EURO. Es hängt “jahreszeitlich“ und andersseitig bedingt, vom jeweiligen Kontrolleur und manchmal auch vom eigenen Verhandlungswillen, bzw. –geschick ab, wieviel man dann tatsächlich zahlt. Es kann auch passieren, daß die Zufahrt aus unterschiedlichen Gründen für Besucher gänzlich gesperrt ist. Nach knapp 2 km Tunnelfahrt (je kleiner der Wagen, desto entspannter die Durchfahrt) gelangt man wieder an’s Tageslicht, an den zweiten Kontrollpunkt, wo die Tickets vorzuzeigen sind. Es folgt eine von Stürmen und Wogen arg gebeutelte Brücke, die noch nicht ganz vom Salzwasser zernagt scheint, Marke: River Tay. Und dann ist man auf der Insel angelangt. Es empfiehlt sich, gleich auf dem Parkplatz den Wagen abzustellen, um dann zu Fuß durch den weiteren Tunnel bis zur Inselspitze zu gehen, von dort über die alte Badeterasse zum “Oberland“ aufzusteigen, einen gründlichen Rundgang durchzuführen (der alte Marinesignalturm ist nicht zugänglich), die Aussicht zu der gegenüberliegenden Insel Procida, aber auch zu Ischia, Capri und zur Küste zu geniessen, um schließlich den Hohlweg hinunter zum Restaurant, und damit zurück zum Parkplatz zu nehmen.
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